Methoden der Bestimmung von fruchtbaren Tagen

Bei vielen Frauen und Paaren kommt einmal der Zeitpunkt, an dem der Wunsch nach einem Kind wächst. Damit es mit dem Wunsch klappt, muss der richtige Moment abgefangen werden, an dem die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft steigt. Denn bei einer Frau gibt es Tage im Monat, an dem die Fruchtbarkeit besonders hoch ist. Um heraus zu finden, wann der günstigste Zeitpunkt kommt, gibt es verschiedene Methoden.

Der Ovulationstest

fertiquick300x250Mit dieser Testvariante wird die LH-Konzentration im Urin einer Frau gemessen. LH steht für luteinisierendes Hormon. Dieses Hormon wird etwa zur Mitte eines Zyklus vom Gehirn ausgeschüttet. Durch den Botenstoff LH wird die Ovulation, der Eisprung ausgelöst.
Mit Hilfe des Ovulationstest kann nun herausgefunden werden, wie hoch die Konzentration des luteinisierendes Hormons bereits ist. Zum Messen beginnt man dafür am besten am zehnten Tag nach dem Einsatz der Periode. Um den Test richtig durchzuführen wird der Teststreifen entweder direkt in den Urinstrahl oder in einen Becher gehalten, in dem der Urin zuvor aufgefangen wurde. Je nachdem, für welche Testart sich entschieden wurde, wird das Ergebnis entweder durch Linien oder auf einem digitalen Display angezeigt. So kann die Frau den Zeitpunkt ihrer fruchtbare Tage bestimmen.

Die Temperaturmethode

Wer seine fruchtbare Tage berechnen will, kann auch auf die Temperaturmethode zurückgreifen. Der weibliche Körper schüttet während eines Menstruationszyklus einige verschiedene Hormone aus. Das Hormon Progesteron, ein Gelbkörperhormon, bewirkt eine Veränderung in der Körpertemperatur. Dieser An- oder Abstieg der Temperatur ist ohne Messung jedoch nicht wahrnehmbar. Denn einen Tag vor dem Eisprung, wenn die Konzentration des LH steigt, sinkt die Körpertemperatur lediglich um 0,1 Grad Celsius. Bereits ein bis zwei Tage danach steigt sie wieder um 0,3 Grad Celsius an. Um fruchtbare Tage zu bestimmen, muss regelmäßig gemessen werden. Am besten führt man die Messung morgens nach dem Aufwachen und noch vor dem Aufstehen durch. Denn durch die Bewegung würde die Körpertemperatur schnell wieder ansteigen und das Messergebnis verfälschen. Um eine exakte Angabe auf dem Thermometer angezeigt zu bekommen, wird rektal oder vaginal gemessen. Das Ergebnis trägt man in eine Kurve ein und kann so die tägliche Veränderung sehen: Ist die Temperatur im Vergleich zu den vergangenen Tagen angestiegen, hat die Ovulation stattgefunden.

Der Fertilitätsmonitor

Neben den genannten Methoden gibt es auch eine andere, modernere Methode um fruchtbare Tage berechnen zu können: Den Fertilitätsmonitor. Er ist die weiterentwickelte Form des gängigen Ovulationstests und bietet eine genauere Messung. Mit dieser Methode lässt sich nicht nur der Tag des Eisprungs berechnen, sondern auch die Tage, an denen eine Befruchtung am wahrscheinlichsten ist. Dazu gibt man den Beginn seiner Periode in den Verhütungscomputer ein. Nun erhält man täglich einen Zeichencode, der die derzeitige Zyklusphase angibt. An manchen Tagen wird man aufgefordert, einen Urintest mit dem Morgenurin durchzuführen. Der Monitor zeigt dabei genau an, wann das Teststäbchen in den Urin gehalten werden muss. Hat das Stäbchen den Urin aufgesaugt, wird es in den kleinen Computer eingelegt. Nach der schnellen Auswertung des Gerätes zeigt er an, inwieweit sich das luteinisierende Hormon und das Östrogen verändert haben. Das Hormon Östrogen ist für fruchtbare Tage im Monat zuständig. Denn durch den Einfluss des weiblichen Sexualhormons wird der Zerfixschleim beeinflusst, der an den fruchtbaren Tagen durchlässiger für Spermien wird.
Ist der Östrogenwert erhöht, zeigt der Fertilitätsmonitor ebenso eine hohe Fruchtbarkeit an. Kurz vor dem Eisprung, wenn auch das LH erhöht ist, gibt der Monitor eine besonders hohe Fruchtbarkeit an.
Wer einen unregelmäßigen Zyklus hat, für den eignet sich der Fertilitätsmonitor besonders. Denn auf das kleine Gerät ist verlass und die Frau kann sich ein zuverlässiges Bild davon machen, wann die Wahrscheinlichkeit für eine Befruchtung am höchsten ist.

Andere Methoden

Neben den bekannteren Methoden gibt es auch andere Fruchtbarkeitstest, für die weder Stäbchen, Streifen noch Monitore notwendig sind. Fruchtbare Tage lassen sich auch mit dem so genannten Zerfixschleim bestimmen. Diese Methode braucht jedoch eine gute Beobachtungsgabe und Fingerspitzengefühl. Vielleicht ist sie auch nicht für jede Frau geeignet.
Um mit dieser Methode arbeiten zu können, ist es wichtig zu verstehen, worum es sich dabei überhaupt handelt. Der Zerfixschleim ist jener Schleim, der sich im Gebärmutterhals befindet. Je nach Zyklusstand verändert er Konsistenz, Farbe und Geruch. Am Anfang eines Zyklus ist der Schleim zäh, dickflüssig und trüb. Wenn es auf den Eisprung zugeht, wird er elastischer, dünnflüssiger und auch klarer. Ebenso nimmt der Säuregrad ab, sodass Spermien hindurch können. Befindet sich der Körper einer Frau kurz vor der Ovulation, so sieht der Zerfixschleim frischem Eiweiß ähnlich. Nimmt man ihn zwischen die Finger, zieht er Fäden: Ein deutliches Zeichen für fruchtbare Tage. Nimmt die Fruchtbarkeit wieder ab, wird auch der Schleim wieder trüb und dickflüssig, bis er schließlich den Muttermund völlig verschließt.
Die Zerfixschleim-Methode wird auch als Billing-Methode bezeichnet.
Auch mit dem Eisprungkalender, der mittlerweile überall im Internet zu finden ist, lassen sich fruchtbare Tage berechnen. Dazu gibt man einfach den ersten Tag der letzten Periode ein sowie die Länge des Zyklus. Der Eisprungkalender zeigt dann an, an welchen Tagen eine höhere Fruchtbarkeit vorliegt. Da die weiblichen Hormone und somit auch der Zyklus einer Frau von vielen Faktoren beeinflusst werden, ist eine Bestimmung der fruchtbaren Tage mit dieser Methode nicht die zuverlässigste.